300 km in einem Monat laufen?

Meine Januar-Challenge – 300 km in einem Monat laufen!
Challenge ist englisch und bedeutet wörtlich übersetzt nichts anderes als Herausforderung.
Eine Herausforderung ist eine Aufgabe, die ggf. als sehr anspruchsvoll empfunden wird. Sie hat oft etwas Außergewöhnliches und hat somit einen besonderen Reiz. Grundsätzlich beinhaltet sie auch stets die Möglichkeit des Scheiterns.

Mitte Januar hatte ich eine Idee und wollte diese unbedingt umsetzen. Ich hatte mir vorgenommen im ersten Monat des neuen Jahres die 300 km voll zu bekommen. Start meiner ganz persönlichen Challenge war allerdings erst der 19.01.2021 und bis dato bin ich erst 130 km gelaufen. Ich musste also in weniger als zwei Wochen 170 km aufholen. Umgerechnet waren das etwas über 13 km pro Tag. Diese, so legte ich fest, musste ich aber nicht jeden Tag laufen, sondern war flexibel.  Also wenn ich beispielsweise an einem Tag 20 km laufe, würden am anderen Tag 6 km ausreichen, um zu regenerieren.

Warum das Ganze?
Ich habe festgestellt, dass es mir gerade in der dunklen Jahreszeit schwerer gefallen ist, sich zum Laufen zu motivieren.  Man lässt gerne mal eine Einheit ausfallen, gerade wenn es mal regnet und eiskalt ist. Vor allem die schnellen Einheiten auf dem Track, abends im Dunkeln,  fielen mir sehr schwer. Hinzu kommt, dass ich seit März 2020 im Homeoffice bin. Da ist man doch den einen oder anderen Tag gemütlich und mag nicht unbedingt raus. Versteht es bitte nicht falsch! Ich habe viele Einheiten absolviert und auch im Dezember hatte ich am Ende 260 km auf meiner Uhr stehen. Ich wollte mir mit dieser Challenge das Ziel setzen, den inneren Schweinehund zu überwinden und einfach Laufen zu gehen! Ganz egal, wie das Wetter ist. Ganz egal zu welcher Uhrzeit! Einfach weniger Mimimi.

Und jetzt greife ich schon einmal etwas vorweg. Ich hatte während meiner Challenge ein Gespräch. Hierbei ging es darum, dass es auch mal sinnvoll ist destruktiv zu trainieren. Sprich aus der Norm sowie aus den gewohnten (strukturierten) Trainingsabläufen herauszubrechen und dem Körper neue Reize zu setzen. Ich trainiere seit Monaten nach meinem Trainingsplan. Diesen finde ich auch klasse und in seiner Form setzt er auch immer wieder neue Reize. Aber auch mal aus diesen auszubrechen und den ganzen Körper vor eine Herausforderung zu setzen war etwas ganz Neues. 

Gesagt, getan. Am 19.01 startete ich also mit der Umsetzung meiner Challenge. Ich bin seitdem jeden Tag laufen gewesen. Die ersten Tage fiel es mir gar nicht so leicht immer die 13 km zu knacken. Ich habe eine schöne 10 km „Hausrunde“ und eine 8 km „Morning Run Runde“. Jedoch hatte ich keine 13 km Strecke, die ich aus dem Stegreif hätte laufen können. Ich habe mir die offenen km einfach in das Wochenende geschoben und dann mit einem Longrun am Sonntag aufgeholt.
Die erste Woche war ich extrem müde und schlapp, Mein Körper war die neue Belastung einfach nicht gewohnt.

Die zweite Woche lief alles schon etwas runder. Ich hatte mir eine schöne 13 km Runde zurecht gelegt, welche ich flexibel erweitern konnte. Auch mein Körper hatte sich so langsam an das tägliche Laufen gewöhnt, und die Müdigkeit war von dem einen auf den anderen Tag verflogen. Das fand ich sehr bemerkenswert. Wie schnell sich der Körper an neue Herausforderungen gewöhnen kann. 


Am 31.01 hatte ich nur noch 18,6 km offen, perfekt für einen Longrun. Es war herrliches Wetter, die Sonne schien, und etwas Schnee lag noch in Berlin. Der perfekte Tag für einen perfekten Challenge-Abschluss. Ich lief 21,1 km und beendete somit meine 300 km Herausforderung mit einem Halbmarathon. Am Ende standen 302,5 km auf der Uhr. 

Mein Fazit: Ich würde es jederzeit wieder machen. Die Idee kam genau richtig und hat mir den nötigen Antrieb gegeben raus zu gehen, dem miesen Wetter zu trotzen und das Laufen richtig zu genießen. Mittlerweile habe ich mich richtig an das tägliche und lange Laufen gewöhnt. So sehr, dass es mir am 01.02 richtig schwer fiel einen Restday einzulegen und mal nicht laufen zu gehen. So ganz konnte ich natürlich nicht ohne Bewegung. Somit habe ich wenigstens ein Fitness Workout gemacht. 

Zudem habe ich das Gefühl, dass es mich auch körperlich und läuferisch einen Schritt weiter gebracht hat. Ich fühle mich richtig gut und fit, laufe meine „Hausrunde“ deutlich schneller und habe mehr Energie. Zudem bin ich noch etwas athletischer geworden, was sich nicht zuletzt auf der Waage bemerkbar macht. 

Für Februar habe ich mir daher auch wieder eine kleine Challenge gesetzt: 

  • 250 km laufen
  • 100 Steigerungen
  • Jeden Tag mindestens ein Workout – sei es Fitness, Mobility oder Stabi-Training

Nehmt euch doch für den Februar auch etwas vor! Eine kleine Herausforderung, die möglich ist, euch aber auch ein wenig „Angst“ macht. Eine kleine Herausforderung, die in eurem täglichen Training neue Reize setzt. Auf geht´s!

Eine Sache muss ich aber zum Schluss noch los werden. Bitte hört dabei immer auf euren Körper! Achtet ihn! Erzwingt nichts! Ich selbst laufe schon sehr lang und mein Körper ist gut trainiert. Ich kann ihn ganz gut einschätzen.
Tut alles immer nur soweit, wie ihr euch gut fühlt und ihr keine Schmerzen oder Unwohlsein habt! Setzt euch hohe, aber realistische Ziele und tretet auch mal einen Schritt zurück, wenn es notwendig ist! Das Wichtigste ist, gesund und unverletzt zu bleiben. 🙂

Veröffentlicht von running.ricarda

Great Things Never Came From Comfort Zones

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