Ziele dürfen sich ändern – Der Weg bleibt!

Wie die Zeit vergeht. Anfang 2019 schrieb ich einen Blog-Beitrag darüber, wie ich für mich Ziele finde und ob ich diese überhaupt brauche. Ich habe mich mit der Frage auseinandergesetzt, was “gute” Ziele überhaupt sind und was ich mir für das neue Jahr 2019 vornehme.

Eines darf ich schonmal vorweg nehmen: Es hat sich seitdem viel verändert.
Bevor ich jedoch mein Resümee ziehe und euch erzähle, was sich in den Jahren geändert hat bzw. was ich mir für 2021 vornehme – hier nochmal der Blog-Beitrag aus dem Januar 2019. Ich glaube, dass auch dieser ein Gedankenanstoß für das Neue Jahr für euch ist:


Wie finde ich Ziele und brauche ich überhaupt welche?

Ich habe mich in letzter Zeit viel mit dem Thema Ziele und Zielverfolgung beschäftigt. Nicht unbedingt wissenschaftlich, sondern eher im Selbstversuch mit mir selbst.

Gerade ein Jahreswechsel stimmt einen immer dazu ein sich neue Ziele zu setzen. Ebenso ermutigt er uns diese auch zu verfolgen. Und da war jetzt 2019. Der 1. Januar 2019 – der Geist schrie immer mehr nach neuen Zielen. Weil man das anscheinend eben so macht. Weil man durch die Medien darauf getrimmt wird. Vorsätze hier, Vorsätze da. „Nimm dir was vor.“ „Schaffe es dieses eine Mal.“ Die Krux: Nur sehr wenige Menschen halten ihre Vorsätze und Ziele ein. Auf der einen Seite soll man sich also Ziele setzen, jedoch erreicht man sie meist nicht. Verrückte Sache! Motivation pur. Nicht.

Nun gut, nehmen wir mal an, wir wollen uns Ziele setzen und blenden das Dilemma dahinter aus. Dann muss man ja erst einmal irgendwo anfangen. Beim Sport? Persönlichkeit? Beziehung? 
Das Thema Sport erschien mir da am einfachsten. Dieser unterteilt sich bei mir eigentlich in zwei Hauptthemen: CrossFit und Laufen. Letztes Jahr lag mein Fokus sehr bei CrossFit. Ich habe das Laufen ein wenig vernachlässigt und nicht mehr so intensiv wie die Jahre zuvor betrieben. Mir machte es in diesem Moment einfach mehr Spaß, und es war einfach mal was anderes. Jahrelang bin ich gelaufen und hatte öfters Probleme mit der Hüfte sowie anderen kleinen Verletzungen aufgrund von zu wenig Muskulatur für die Beanspruchung und natürlich zu wenig Mobilität. CrossFit half mir sehr dabei und ließ mich letztendlich auch wieder schmerzfrei laufen. Dafür bin ich, um das auch hier mal festzuhalten, sehr dankbar. Durch meinen Umzug Ende 2018 in den Prenzlauer Berg war jedoch die CrossFit Box nun sehr weit weg und ich musste meinen Vertrag kündigen. Ich begann wieder mit dem Laufen – die Lust darauf kam zu 100% zurück. 2019 möchte ich also meinen Fokus wieder auf das Laufen legen, was nicht heißt, dass ich kein CrossFit mehr machen werde. 

Gut, also betrachten wir hier weiter das Thema Laufen. Was für Ziele möchte ich mir hier setzen? Eine neue Bestzeit? Eine andere Distanz (also alles über Marathon Distanz)? Mehr laufen? Ein Kilometer-Ziel in 2019? So viele Fragen. Doch keine richtige Antwort. Ich habe keinen richtigen Anhaltspunkt gefunden um die für mich passenden Ziele festzulegen. Wie auch? Letztes Jahr habe ich ja nicht den Fokus auf das Laufen gesetzt und hatte somit nichts, woran ich mich orientieren konnte. Und die Jahre davor gelten nicht, wurde mir mal gesagt. 

Ich habe mich schwer damit getan ein konkretes Ziel festzulegen, da ich keine Ausgangsbasis hatte. Es sollte einerseits realistisch sein, mich jedoch auch herausfordern. Realistisch war für mich das Stichwort. Es klingelte im Kopf, ich musste aber tatsächlich auch nochmal in der digitalen Suchmaschine meines Vertrauens nachsehen: „Unsere Ziele sollten schließlich nach Möglichkeit immer SMART sein. Spezifisch. Messbar. Akzeptiert. Realistisch. Terminiert.“
Ok wow. Noch mehr Überforderung. Aber gut, wir wären ja keine Sportler, wenn wir keine Herausforderungen annehmen würden.

Ich entschied mich für ein Ziel, welches mir am einfachsten festzulegen schien – die Jahres-Kilometer-Zahl in 2019. Absolut wahllos bin ich mit 1.000 km gestartet, um sich der Sache zu nähern. 1.000 km im Jahr, das sind rund 83 km im Monat, knapp 21 km in der Woche. Das ist spezifisch und messbar, da ich meine Läufe mit einer App aufzeichne. Akzeptiert. Die Gesellschaft akzeptiert ein solches Ziel zum Glück. Realistisch? Auf jeden Fall. Und terminiert ist es auch, da der Rahmen – 2019 – festgelegt ist. Wenn ich die aufgedröselten Zahlen ansehe, scheint es irgendwie leicht zu erreichen. Schauen wir uns 1.500 km an – 125 km im Monat, 31 km in der Woche. Das ist schon etwas ambitionierter. Das könnte ich schaffen, auch wenn ich großen Respekt davor habe. Aber lassen wir die 1.000 km erst einmal stehen. Man will sich ja nicht gleich zu sehr unter Druck setzen. Gott, bin ich eine Pussy.

Schauen wir uns jetzt nochmal an, welche einmalige Distanz ich maximal laufen mag, und welche Zeit ich mir als Ziel setze. Eine Ultra-Distanz kommt für mich ERSTMAL nicht in Frage. Mögliche Bestzeiten? Wäre schön erst einmal zu wissen, was ich überhaupt noch so laufen kann. Tja, bleiben mir wohl erstmal nur die 1.000 km. Irgendwie ernüchternd.

Ich habe sogar in der digitalen Community gefragt, was für Tipps die Leute so haben. Einen fand ich dabei besonders spannend: „Ich setze mir Ziele, wo ich ganz genau weiß das werde ich nie erreichen. Ich verfolge sie aber, und dann kommen die neuen Bestzeiten von ganz alleine.“ Klingt spannend. Jedoch erfordert es auch eine Menge Selbstdisziplin, und es ist nichts für Runner, die schnell frustriert sind.

Aber es kann doch nicht sein, dass man keine Ziele hat, oder? Was wäre denn, wenn man gar keine Ziele hat? Was wäre denn, wenn man sagt – ich mach was, weil es mir Spaß macht und schau mal was passiert. Das hat irgendwie gesessen. Wäre ja mal etwas ganz Neues. Einfach mal etwas machen, was einem Spaß macht. Ohne Druck und Ziele (mal abgesehen von meinen mickrigen 1.000 km). So kam ich ins Grübeln. Klingt doch irgendwie gut. Einfach laufen und beim nächsten Wettkampf schauen wie es läuft bzw. wo man selbst steht. Es alles einfach mal von alleine laufen lassen. Sich dem Flow hingeben.
War auf jeden Fall ein befreiender Gedanke. Oder doch nur eine Ausrede?

Anstatt in den Gedankenverstrickungen festzustecken und daran festzuhalten, entschied ich mich lösungsorientiert zu handeln. Das alles einfach sein zu lassen, raus zu gehen, zu laufen, einfach Spaß zu haben und mich dem Sport mit vollem Herzen wieder hinzugeben. Wie früher, als ich mit dem Laufen in der Heimat begann.


Und da ist es nun auch schon 2021. Wieder steht man vor der Frage: Welche Ziele setze ich mir im Neuen Jahr. Aber auch vor der Frage, ob ich mir überhaupt Ziele setze.

Ich habe für mich herausgefunden, dass Ziele mich motivieren. Challenges pushen mich und treiben mich auch oft an meine Grenzen. Ich weiß, dass ich in der Umsetzung meiner Ziele besser sein kann, bspw. bei der Einhaltung meines Trainingsplans oder mit der Konkretisierung bzw. genauen Definierung eines bestimmten Ziels. Da ist auf jeden Fall Luft nach oben. Ich hätte mich schon damals mehr an meinen Blog-Beitrag halten und meine Ziele mal SMART aufschreiben sowie immer wieder überprüfen sollen. 

Über eine Aussage allerdings bin ich gestolpert, und die bleibt mir auch die ganze Zeit im Kopf: “Was nicht heißt, dass ich kein CrossFit mehr machen werde.” Ähm ja… Ich habe tatsächlich seit meinem läuferischen Comeback keine CrossFit Box mehr betreten, zumindest kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Hier und da mal ein Workout, ok. Aber so richtig CrossFit? Fehlanzeige. Man muss auch dazu sagen, dass ich seitdem einiges an Gewicht abgeschmissen habe (Tschüss dicke Muckis), aber das bringt intensives Lauftraining nun mal mit sich. Es war schon bemerkenswert, wie schnell sich der Körper wieder verändert hat und es auch immer noch tut.
Aber genug abgeschweift. Kommen wir zu den Zielen.
Die 1.000 km in 2019 habe ich locker geschafft. 2020 habe ich dann nochmal einige Kilometer oben drauf gepackt, genauer gesagt waren es letztes Jahr knapp 2.500 km. Die vielen Kilometer sind das Produkt meines tollen Trainingsplans. Tja und mit den weiteren Zielen war das 2020 ja so eine Sache. Ich wollte ursprünglich meine Bestzeiten pulverisieren. Sowohl in den 10 km, Halbmarathon, als auch im Marathon. Angreifen war die Devise. Dann kam Corona. Wir wissen alle, was das für den Laufsport oder Wettkämpfe bedeutete. Mein Trainer und ich waren flexibel. Wir haben einfach die wenigen Events eher als entspannte Trainingswettkämpfe genutzt, um das gesamte Jahr durchgehend an meiner Form zu arbeiten. Hierbei habe ich trotzdem Erfahrungen (und auch gute Platzierungen) gesammelt. Einen Marathon – Athen Marathon – bin ich virtuell zu Hause in der Heimat gelaufen. Wenigstens ein Marathon dieses Jahr und ich muss sagen, für diesen bin ich ganz besonders dankbar, weil ich von ganz tollen Lieblingsmenschen begleitet und unterstützt wurde. 

Im Jahr zuvor bin in den Münster Marathon mit meinem Papa gelaufen. Wir standen gemeinsam an der Startlinie. Den Lauf werde ich nie vergessen – einfach eine tolle Strecke und grandiose Stimmung, und die gute Zeit von 3:32 h hat das Ganze gekrönt. Ich hatte damals nicht damit gerechnet, dass ich schon in der Lage war eine solche Zeit zu laufen. Die Motivation war danach besonders groß und man hat angefangen von noch schnelleren Zeiten zu träumen.

Aber zurück zu den Zielen. Mein nächstes größeres Ziel ist es schließlich einen Marathon unter 3 Stunden zu laufen. Ich hatte das Ziel auf meine Agenda 2021 geschrieben und bin dann auf meinen Blog-Beitrag gestoßen.

So richtig SMART ist mein Ziel (noch) nicht. Zeit sich Gedanken zu machen und das Ziel zu überprüfen. 

S – Spezifisch

Marathon in unter 3 Stunden – 2:59:59.

M – Messbar

Ja, mit Hilfe der Zeitmessung.

A – Akzeptiert

Es ist von der Gesellschaft akzeptiert.

R – Realistisch

Die große Frage mit der ich mich im weiteren Verlauf beschäftige.

T – Terminierbar

Vermutlich. Das ist derzeit noch etwas unsicher, wie sich die Marathon-Situation entwickeln wird. Aber eine Lösung wird sich schon ergeben. Dann heißt es nur noch – entscheiden, welches Event ausgewählt wird.

S – Spezifisch

Marathon in unter 3 Stunden – 2:59:59.

M – Messbar

Ja, mit Hilfe der Zeitmessung.

A – Akzeptiert

Es ist von der Gesellschaft akzeptiert.

R – Realistisch

Ja, wenn ich mir zwei Meilensteine setze.

  1. Meilenstein 03:14:59
  2. Meilenstein 02:59:59
T – Terminierbar
  1. Meilenstein im April
  2. Meilenstein im September

Klingt gut für mich. Jedoch gerade beim Laufen ist das allerdings sicher nicht mein einziges Ziel. Und in den Themen Beruf, Beziehung, Persönlichkeit etc. bleiben auch noch genügend Ziele, welche definiert werden müssen. Viel zu tun!

Also ran an eure Ziele! Setzt sie euch, lasst sie euch helfen und pushen! Aber nicht zu sehr unter Druck setzen! Dafür ist das Leben zu kurz.


Veröffentlicht von running.ricarda

Great Things Never Came From Comfort Zones

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